–-Der Folterknast von Balaklija

Foto: Maxim Dondyuk

Sechs Monate lang besetzten russische Truppen die ukrainische Kleinstadt Balaklija in der Region Charkiw. Nachdem Kiew das Gebiet nun zurückerobert hat, berichten Bewohner von Gräueltaten während der Besatzung.

Der SPIEGEL hat mit drei von vielleicht mehreren Hundert Ukrainern gesprochen, die in Balaklija von den Russen gefangen genommen wurden. Hier erzählen sie, was ihnen angetan wurde: 

Foto: Maxim Dondyuk

Oleksandr Schutow war 36 Tage lang eingesperrt. Während eines Verhörs befestigten die russischen Wächter Elektrodrähte an seinen Händen und traktierten ihn mit Stromstößen.

Foto: Maxim Dondyuk

»Einem Gefangenen in unserer Zelle hatten sie sogar ein Ohr abgeschnitten.«

Was Schutow während seiner Gefangenschaft erlebte, hat ihn traumatisiert. Dem neuen Frieden traut er nicht.

Foto: Maxim Dondyuk

»Ich will mich an die Scheiße nicht erinnern«

Maksym Soter, 37 Jahre alt, war nur kurz in Haft – und erlebte dort, wie ein Freund so stark gefoltert wurde, dass er später starb.

Foto: Maxim Dondyuk

Lidija Schulha, 64, wurde kurz vor der Befreiung festgenommen. Sie war eine der wenigen Frauen unter den Gefangenen von Balaklija.

Foto: Maxim Dondyuk

»Ich wurde nicht verhört oder gefoltert. Aber ich glaube, den anderen Frauen erging es dreckig.«

Über 200 

Ermittlungsverfahren sind schon jetzt in der Region Charkiw gegen russische Truppen anhängig. 

Foto: Maxim Dondyuk

In Isjum beispielsweise, 50 Kilometer entfernt von Balaklija, hoben Ermittler in einem Waldstück die Gräber von 445 Zivilisten aus, die in den vergangenen Monaten getötet wurden.

Video; Reuters (Archiv)

Für die Behörden ist es nicht leicht, die russischen Gräueltaten aufzuklären. Betroffene sind schwer auffindbar oder traumatisiert. Balaklija offenbart, was wohl auch in anderen besetzten Gebieten der Ukraine passiert.

––»Ich weiß nur, dass ich das Bewusstsein verlor.«

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