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Die meistgenutzte Verhütungsmethode ist oft lebensgefährlich

Nicht Kondom oder Pille, sondern die Sterilisierung von Frauen ist das weltweit verbreitetste Mittel der Geburtenkontrolle. Mancherorts werden die Eingriffe wie am Fließband vorgenommen – mit teils fatalen Folgen.

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In Indien etwa: 2016 hat das dortige Verfassungsgericht die Regierung angewiesen, alle Sterilisationszentren zu schließen. Zuvor waren innerhalb von drei Jahren mehr als 300 Frauen in den Einrichtungen gestorben. Medien zufolge sind die Kliniken weiterhin in Betrieb.

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Der Eingriff, bei dem die Eileiter durchtrennt oder verödet werden, kann meist nicht rückgängig gemacht werden. Außerdem ist er mit größeren medizinischen Risiken verbunden als andere Methoden.

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»Sterilisation ist oft nur dann die beste Methode, wenn die Umstände sie dazu machen.«

Laura Briggs, Professorin für internationale Gesundheitsversorgung und Reproduktionspolitik an der Universität Massachusetts Amherst

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Diese Summe erhalten Frauen in Indien umgerechnet von ihrer Regierung, wenn sie sich sterilisieren lassen. Damit soll seit den 1970ern die Geburtenrate gesenkt werden.

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Die Maßnahme wirkt: Fast 30 Prozent der indischen Frauen im gebärfähigen Alter gaben 2019 an, sterilisiert zu sein. 



Indien ist keine Ausnahme. Puerto Rico, China, Kanada: Weltweit verhüten mehr Frauen durch Sterilisation als mit Kondomen oder der Pille. Allein 2019 wurden nach Schätzungen der Vereinten Nationen mehr als 200 Millionen Frauen sterilisiert. Nicht immer freiwillig.

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»Einverständnis ist bei weiblichen Sterilisationen oft eine Grauzone. Die Frauen werden gar nicht ausreichend aufgeklärt, um eine informierte Entscheidung treffen zu können.«

Mona, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Programm für nachhaltige Entwicklung der Observer Research Foundation in Delhi 

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Oft trifft es sozial benachteiligte Frauen: Der Eingriff wird im Anschluss an Geburten mit Kaiserschnitt vorgenommen, wenn die Frauen erschöpft sind und kaum widersprechen können. Manche Ärzte durchtrennen einfach den Eileiter, solange der Bauchraum der Frau noch geöffnet ist.

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»Mir war überhaupt nicht klar, was mit mir gemacht wurde, bis ich mich untersuchen ließ [...]. Mir wurde dann gesagt, dass meine Gebärmutter teilweise entfernt worden ist.«

Aussage einer Betroffenen im kanadischen Untersuchungsausschuss zur erzwungenen Sterilisation von Ureinwohnerinnen

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Solange Staaten den Zugang zu manchen Verhütungsmitteln erschweren, sind freie Entscheidungen kaum möglich. Ein Blick auf die weltweiten Zahlen zeigt, was das für Frauen bedeutet: 

»Über männliche Sterilisation wird kaum gesprochen«

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