–-Operation Seebeben – Wer steckt hinter den Anschlägen?

Video: Reuters

Vier Gaslecks wurden in dieser Woche an den Pipelines Nord Stream 1 und Nord Stream 2 entdeckt. Auf dem Grund der Ostsee haben offenbar massive Sprengsätze die Gaspipelines zerstört.

Quelle: OSM contributers, nord-stream2.com, BDEW, Eurogas; Grafik: DER SPIEGEL

Wer hinter der Sabotage steckt, ist nach wie vor unklar. Ein Unfall wurde schon am Montag ausgeschlossen. Interesse könnten verschiedene Akteure haben – die Fähigkeiten, solche Anlagen zu zerstören, haben laut Experten aber nur staatliche.

Foto: Swedish Coast Guard/dpa

Die Stahlrohre der Pipeline haben einen Durchmesser von ca. 1,4 Metern und werden von einem Korrosions- und einem Betonmantel geschützt. 

Foto: Bernd Wüstneck/picture alliance/dpa

Die drei wesentlichen Technologien für den Krieg am Meeresboden sind Grund- und Haftminen (1), spezielle U-Boote, die sehr tief tauchen können (2) sowie Unterwasserdrohnen (3).

Gaslieferungen sind durch kaputte Pipelines unmöglich. Russland könnte mit höherer Gewalt argumentieren und somit Verpflichtungen umgehen, ohne Vertragsstrafen zu fürchten. In diesem Jahr wurden von Gazprom bereits Schäden an den Pipelines als Grund für gedrosselte und gestoppte Gaslieferungen genannt. 

Quelle: Nord Stream 2 / Axel Schmidt

Gleichzeitig sei die irreparable Zerstörung der eigenen Pipelines nach Ansicht der Nachrichtendienste nicht im russischen Interesse. 

Foto: Lisi Niesner / Reuters

Die Verwundbarkeit kritischer Infrastruktur treibt das Nato-Bündnis schon lange um. Auf dem Grund der Ozeane verlaufen die Nervenbahnen des Welthandels: Röhren und Kabel für Energie und Kommunikation. Vor allem Europa hinkt beim Schutz der submarinen Rohre und Kabel hinterher.

Quelle: Telegeography; Grafik: DER SPIEGEL

An den Nordstream-Pipelines zeigt sich das Problem: vermeintlich sicher, weil schwer erreichbar, aber hoch gefährdet, weil unersetzlich.

Quelle: Nord Stream 2 / Axel Schmidt

Welcher Staat hat ein Motiv für die Tat? Und wie sicher ist Europas kritische Infrastruktur am Meeresgrund?

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Foto: Swedish Coast Guard/dpa