Chinesinnen und Chinesen lehnen sich erstmals gegen Xi Jinpings rabiate Null-Covid-Politik auf. Können sie an dem kommunistischen Machtapparat rütteln?

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–-»Wir sind Bürger, keine Sklaven«

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Am Wochenende trauten sich Menschen in ganz China auf die Straßen – das gab es seit der Demokratiebewegung 1989 nicht mehr. Mit Festnahmen und Barrikaden hat die Polizei die Proteste inzwischen eingedämmt.

Foto: HECTOR RETAMAL / AFP

Statt auf eine Impfstrategie setzt Chinas Staatspräsident Xi Jinping seit bald drei Jahren auf Dauerlockdown.

Die Menschen wollen das offenbar nicht länger ertragen. Mitte vergangener Woche gingen in Zhengzhou, Zentralchina, Mitarbeiter des Apple-Auftragsfertigers Foxconn mit Gewalt gegen die Polizei vor.

Video: REUTERS / Protestierende in Zhengzhou

Die Arbeiter mussten wochenlang in der Fabrik ausharren, um das Coronavirus einzudämmen. Aufnahmen von dem Eklat wurden im Netz vielfach geteilt.

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Video: REUTERS / Hochhaus in Ürümqi, Xinjiang

Am Donnerstag, 23. November, brannte es dann in einem Hochhaus in Ürümqi im Nordwesten Chinas.

Zehn Menschen erstickten und verbrannten in ihren Wohnungen. Monatelang waren sie darin eingesperrt.

Hunderte Menschen gingen daraufhin in Ürümqi auf die Straße, zeigten ihre Solidarität mit den Opfern. Das löste eine Protestwelle in weiteren Städten aus.

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In Shanghai und in Nanjing, im Osten des Landes, forderten die Protestierenden lautstark:

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»Nieder mit Xi Jinping!«

»Wir wollen Lebensmittel, keine Covidtests. Wir wollen Reformen, keine Kulturrevolution. Wir wollen Freiheit, keine Lockdowns. Wir wollen wählen, keinen Führer. Wir wollen Würde, keine Lügen. Wir sind Bürger, keine Sklaven.«

So lautet einer der Slogans der Bewegung.

Mit friedlichen Symbolen hatten sich die Gruppen zuvor heimlich mobilisiert: Sie halten Blumen, weißes Papier, Kerzen in die Luft. Es sollten weitere Proteste folgen.

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Doch Polizisten blockieren die Straßen, schrecken mit Gewalt und digitaler Kontrolle ab. Funktioniert also Xi Jinpings Machtapparat? SPIEGEL-Korrespondent Christoph Giesen berichtet aus Peking und sagt:



»Was wir hier erleben, ist eine Abstimmung mit den Füßen gegen die Covid-Politik der chinesischen Regierung«, sagt SPIEGEL-Korrespondent Christoph Giesen. Seine Einschätzung zur Lage:

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